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«Ein sinnvoller Weg für die Zukunft»

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In Sarnen, Kägiswil und der Schwendi gibt es künftig keine Pfarreien mehr – und folglich auch keine Pfarrer. Mit Gabriela Lischer übernimmt eine Frau das neue Amt als Seelsorgeraumbeauftragte.

«Ein sinnvoller Weg für die

AKTUELL INTERVIEW «Ein sinnvoller Weg für die Zukunft» In Sarnen, Kägiswil und der Schwendi gibt es künftig keine Pfarreien mehr – und folglich auch keine Pfarrer. Mit Gabriela Lischer übernimmt eine Frau das neue Amt als Seelsorgeraumbeauftragte. Ab 1. August sind die eigenständigen Pfarreien Sarnen, Schwendi und Kägiswil Geschichte. Sie schliessen sich zu einem Seelsorgeraum zusammen. Mit der Leitung beauftragt ist die promovierte Theologin Gabriela Lischer (53). Wer ist diese Frau, die zwar nicht Pfarrerin genannt werden darf, aber dennoch fast alle Aufgaben übernimmt, für die traditionellerweise ein Mann mit Priesterweihe zuständig ist? Wir treffen die gebürtige Urnerin, die seit 2019 bereits die Leitung der Pfarrei Kägiswil innehat, an ihrem neuen Arbeitsplatz im Sarner Pfarrhaus, wo künftig das administrative «Headquarter» des Seelsorgeraums liegt. Gabriela Lischer, Ihre künftige Funktion lautet «Seelsorgeraumbeauftragte». Passt diese sperrige Bezeichnung überhaupt auf eine Visitenkarte? (lacht) So lang ist der Name nun auch wieder nicht. Er ist schrecklich lang. 24 Buchstaben. Haben Sie es ausprobiert? Nein, ich habe keine Visitenkarten. Aber das ist gar keine schlechte Idee. Vielleicht hole ich das noch nach. Faktisch sind Sie die operative Leiterin dreier Pfarreien, die sich zusammengeschlossen haben. Warum kann ich Sie nicht einfach «Frau Pfarrerin» nennen? Das ist aus kirchenrechtlichen Gründen nicht so einfach. Darf eine Frau als «Leiterin» einer Pfarrei oder eines Seelsorgeraums bezeichnet werden? Diese Frage ist im Bistum Chur noch nicht abschliessend geklärt, denn eigentlich kann ja nur ein Priester als Pfarrer amten. Und gemäss Kirchenrecht kann nur ein Mann zum Priester geweiht werden. Trotzdem: Sie haben die Missio – also sozusagen die «Wirk-Erlaubnis» für Ihr neues Amt als Seelsorgeraumbeauftragte – vom Churer Bischof Joseph Maria Bonnemain erhalten. Gleichzeitig ist es unübersehbar, dass Sie kein Mann sind. Hand aufs Herz: Hätte Bonnemains konservativer Vorgänger Vitus Huonder dies durchgehen lassen? Ich glaube nicht. Echt? Das sagen Sie so ganz direkt? Ja, warum nicht? Es ist ja gleichzeitig ein Kompliment an den jetzigen Bischof, denn dieser Schritt führt meiner Meinung nach in die richtige Richtung. Spüren Sie Widerstand aus konservativen Kreisen? Böse Briefe der Piusbruderschaft? (lacht) Nein, von der Piusbruderschaft hab ich nichts gehört. Aber gewiss gibt es einige, die das nicht so toll finden – auch die Tatsache, dass nicht Pfarrer Bernhard Willi die Leitung übernimmt, sondern dieses Amt mir überreicht. Ohne seine Bereitschaft wäre dies gar

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